Ist Lösegeldzahlung strafbar? Was Sie wissen sollten

07.12.2023 21:00 171 mal gelesen Lesezeit: 12 Minuten 0 Kommentare

Thema in Kurzform

  • Lösegeldzahlung kann in manchen Jurisdiktionen als Unterstützung krimineller Aktivitäten gewertet werden.
  • Die Zahlung von Lösegeld kann zu rechtlichen Konsequenzen führen und ist nicht in jedem Land legal.
  • Es ist wichtig, die lokalen Gesetze und Vorschriften zu kennen, bevor man auf Lösegeldforderungen eingeht.

War diese Information für Sie hilfreich?

 Ja  Nein

Ist Lösegeldzahlung strafbar? Ein Überblick für Einsteiger

Im Zusammenhang mit Cyberangriffen trifft man oft auf den Begriff "Ransomware". Dies beschreibt eine Art von Schadsoftware, die ein Computersystem oder die darin enthaltenen Daten verschlüsselt und ein Lösegeld für die Freigabe verlangt. Doch stellt sich für viele Betroffene die Frage, ob die Zahlung des geforderten Lösegeldes rechtliche Folgen nach sich ziehen kann. Die einfache Antwort ist: Es kommt darauf an.

Rechtlich gesehen ist die Lage komplex und variiert je nach Land und Umständen des Falls. Generell gilt, dass das Bezahlen von Lösegeld nicht in jedem Rechtssystem explizit als strafbar definiert ist. Allerdings kann es je nach Land und Kontext zu Straftatbeständen wie der Finanzierung krimineller Aktivitäten oder der Terrorismusfinanzierung führen.

In einigen Ländern, wie der Schweiz, ist die Zahlung von Lösegeld nicht per se strafbar, jedoch sind die damit verbundenen Risiken und rechtlichen Konsequenzen ernst zu nehmen. So kann das Bezahlen des Lösegeldes zu einer kritischen Situation führen, in der man indirekt die kriminellen Handlungen der Hacker unterstützt. Zudem gibt es keine Garantie, dass die Daten nach der Zahlung tatsächlich entschlüsselt und zurückgegeben werden.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt ausdrücklich davor, auf Lösegeldforderungen einzugehen, da dies zu weiteren Angriffen ermuntern und schwerwiegende strafrechtliche Konsequenzen haben kann.

Daher ist es unerlässlich, dass sich Betroffene vor einer vorschnellen Entscheidung eingehend beraten lassen und alle Alternativen in Betracht ziehen. Zu diesen präventiven Maßnahmen gehören unter anderem das Anlegen von Sicherheitskopien der Daten, die Implementierung starker Sicherheitssysteme und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter zu den Risiken von Cyberangriffen.

Für Unternehmen ist es zudem wichtig, einen klaren Präventions- und Reaktionsplan für den Fall eines Cyberangriffs zu entwickeln. Dies soll sicherstellen, dass im Ernstfall schnell und adäquat gehandelt werden kann, ohne das Risiko rechtlicher Schwierigkeiten zu erhöhen.

Was bedeutet Lösegeldzahlung im Kontext von Cyberangriffen?

Wenn wir von Lösegeldzahlungen bei Cyberangriffen sprechen, beziehen wir uns auf eine bestimmte Form der digitalen Erpressung. Cyberkriminelle nutzen dabei Ransomware, um Zugriff auf ein Computersystem zu erlangen und Daten zu verschlüsseln. Das Opfer wird dann mit einer Lösegeldforderung konfrontiert. Das bedeutet, die Täter verlangen eine bestimmte Summe Geld – oft in Form von Kryptowährungen –, um die verschlüsselten Daten wieder freizugeben.

Es ist ein digitales Tauziehen: Auf der einen Seite stehen die Opfer, die ihre wertvollen Daten zurückhaben möchten, auf der anderen die Angreifer, die ihre anonyme Position ausnutzen. Der Prozess wird oft noch von Zeitdruck begleitet, da die Cyberkriminellen mitunter einen Countdown setzen, nach dessen Ablauf die verschlüsselten Daten für immer verloren sein sollen oder das Lösegeld steigt.

Diese Art der Erpressung zielt auf eine direkte Reaktion des Opfers ab und schafft eine Situation, in der rasches Handeln erforderlich scheint. Doch genau hier liegt die Gefahr: Schnelles, unüberlegtes Zahlen kann neben eventuellen strafrechtlichen Konsequenzen auch dazu führen, dass man zur Zielscheibe weiterer Angriffe wird. Die entscheidende Frage ist daher nicht nur ob, sondern wie man auf eine Lösegeldforderung reagieren sollte.

Experten betonen, dass sofortiges Zahlen des Lösegeldes selten die beste Lösung darstellt und oft nicht zum Wiedererlangen der Daten führt. Es empfiehlt sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Situation gründlich zu analysieren.

Vor- und Nachteile der Lösegeldzahlung bei Erpressung

Pro Lösegeldzahlung Contra Lösegeldzahlung
Schnelle Lösung des Problems Förderung weiterer krimineller Aktivitäten
Potentielle Vermeidung von Gewalt Keine rechtliche Garantie für die Erfüllung der Forderung durch die Gegenseite
Wiedererlangung des entführten Gutes oder der entführten Person Finanzielle Verluste für das Opfer oder das Unternehmen
Möglicherweise die einzige Option in verzweifelten Situationen Verminderung der Abschreckungswirkung von Strafen
Vermeidung längerer Verhandlungsprozesse Mögliche rechtliche Konsequenzen bei Nichtbefolgung gesetzlicher Vorschriften

Rechtliche Konsequenzen von Lösegeldzahlungen

Die rechtlichen Konsequenzen von Lösegeldzahlungen sind vielschichtig und hängen stark vom betreffenden Rechtssystem ab. In einigen Ländern können Unternehmen, die Lösegeld zahlen, in Konflikt mit gesetzlichen Regelungen geraten, die die Finanzierung von Kriminalität betreffen. Ein Aspekt, der hier besonders zum Tragen kommt, ist, dass durch die Zahlung möglicherweise eine Unterstützung für kriminelle Organisationen geleistet wird.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass als Reaktion auf eine Lösegeldforderung unter Umständen auch Verstöße gegen Datenschutzvorschriften vorliegen können. Falls personenbezogene Daten betroffen sind, kann eine Nichtmeldung eines Datensicherheitsvorfalls bei den zuständigen Behörden nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bzw. dem revidierten Bundesgesetz über den Datenschutz (BDSG) zu empfindlichen Bußgeldern führen.

Eine weitere Überlegung ist die Signalwirkung, die von der Zahlung eines Lösegelds ausgeht. Unternehmen, die zahlen, können dadurch ungewollt den Markt für diese Art der Cyberkriminalität stärken und sich selbst, sowie andere, zu weiteren Zielobjekten machen.

Behörden und Experten raten daher im Allgemeinen dazu, Lösegeldforderungen nicht nachzukommen und stattdessen die relevanten Strafverfolgungsbehörden einzuschalten, um professionelle Unterstützung zu erhalten.

Um den rechtlichen Rahmenbedingungen zu genügen, ist es für Betroffene unerlässlich, die entsprechenden Vorfälle zu melden und darauf basierend ein sorgfältiges Krisenmanagement zu betreiben. Dieser Schritt ist nicht nur für eine potenzielle Rechtsverfolgung der Täter von Bedeutung, sondern einem verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Daten und denen von Kunden verpflichtet.

Die Position des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezieht eine klare Position zum Thema Lösegeldzahlungen im Rahmen von Cyberangriffen. Demnach sollte von Zahlungen an Angreifer grundsätzlich abgesehen werden. Das BSI sieht in der Erfüllung von Lösegeldforderungen keine nachhaltige Lösung, sondern vielmehr ein Anreizsystem für Kriminelle, weitere Angriffe dieser Art durchzuführen.

Das Amt empfiehlt Unternehmen stattdessen, in präventive Maßnahmen zu investieren und Reaktionspläne für den Ernstfall zu entwickeln. Diese sollten vor allem die Wiederherstellung betroffener Systeme aus Backups und das Schließen von Sicherheitslücken beinhalten.

Um dieser Problemstellung zu begegnen, hat das BSI Richtlinien und Empfehlungen veröffentlicht, die Betroffenen als Leitfaden dienen sollen. Hierzu zählt das Dokument "Ransomware: Bedrohungslage, Prävention & Reaktion", das sowohl technische als auch organisatorische Aspekte abdeckt.

Zusätzlich zur Abwehr von Ransomware und anderen digitalen Bedrohungen fördert das BSI den Aufbau einer Kultur der Cybersicherheit. Hierunter fallen beispielsweise regelmäßige Sicherheitsupdates, umfassende Schulungen der Mitarbeiter und die Etablierung von Sicherheitsrichtlinien und -prozessen innerhalb von Organisationen.

Zusammengefasst legt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik den Fokus auf Prävention und Aufklärung, um langfristig das Sicherheitsniveau im Bereich der Informationstechnik zu erhöhen und Unternehmen resistenter gegenüber cyberkriminellen Attacken zu machen.

Ransomware-Angriffe: Ein Fallbeispiel der Uniklinik Düsseldorf

Ein besonders aufschlussreiches Beispiel für die Brisanz von Ransomware-Angriffen bietet der Vorfall an der Uniklinik Düsseldorf. Im September 2020 wurde die Klinik Opfer einer solchen Attacke, die nicht nur die IT-Systeme lahmlegte, sondern auch zu einer ernsthaften Gefährdung der Patientensicherheit führte.

Der Angriff nutzte eine Schwachstelle in einer kommerziellen Zusatzsoftware. Durch diesen Vorfall wurden wichtige Systeme derart beeinträchtigt, dass die Uniklinik keine neuen Patienten aufnehmen konnte und zu einem anderen Krankenhaus umleiten musste. Dies macht deutlich, dass hinter Ransomware-Angriffen oft mehr als nur finanzielle Schäden stecken. Sie können ebenso die öffentliche Sicherheit und kritische Infrastrukturen bedrohen.

Obwohl in diesem und vielen anderen Fällen von einer Lösegeldforderung ausgegangen werden kann, wurde in diesem speziellen Fall kein genauer Betrag für eine Lösegeldzahlung kommuniziert. Das Krankenhaus reagierte jedoch gemäß den Empfehlungen von Experten und Behörden, indem es entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergriff, ohne auf die Forderungen einzugehen.

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, auf Cyberangriffe vorbereitet zu sein und wie entscheidend die schnelle und angemessene Reaktion, im Einklang mit behördlichen Empfehlungen und ohne Nachgeben gegenüber den Forderungen der Angreifer, ist.

Wie Lösegeldzahlungen weitere Cyberangriffe fördern können

Die Bereitschaft, auf Lösegeldforderungen einzugehen, kann eine ungewollte Kettenreaktion auslösen. Cyberkriminelle werden durch das Erlangen von Lösegeldsummen in ihrem Handeln bestärkt, was nicht nur deren Operationen finanziert, sondern auch als Erfolgsbeispiel für andere potenzielle Angreifer dient. Dies trägt dazu bei, dass die Anzahl solcher Attacken kontinuierlich steigt.

Studien belegen, dass Organisationen, die einmal Lösegeld gezahlt haben, mit höherer Wahrscheinlichkeit erneut zum Ziel werden. Die Zahlung signalisiert, dass die Institution bereit ist, zu zahlen, anstatt in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren, welche die Angreifer effektiv abwehren könnten.

Ferner verschärft sich das Problem, dass das Lösegeld oft in Form von Kryptowährungen gefordert wird, was die Rückverfolgung der Zahlungsflüsse erschwert und somit die Anonymität der Täter unterstützt. Dieser Umstand macht es für Strafverfolgungsbehörden schwieriger, die Hintermänner ausfindig zu machen und erfolgreich zu verurteilen.

Um langfristig die Sicherheit der Informationstechnik zu gewährleisten, ist es essenziell, ein Zeichen gegen diese Praktiken zu setzen und sich von der unmittelbaren Kurzzeitlösung der Lösegeldzahlung zu distanzieren. Stattdessen sollten Ressourcen in Präventionsmaßnahmen und die Stärkung der IT-Sicherheit fließen.

Alternativen zur Lösegeldzahlung: Präventive Maßnahmen und Reaktionen

Angesichts der Risiken, die eine Lösegeldzahlung mit sich bringt, legen Experten nahe, sich auf präventive Strategien zu konzentrieren. Dazu gehört die Einrichtung eines robusten Back-up-Systems, um Daten regelmäßig zu sichern und so im Falle eines Angriffs den Verlust zu minimieren.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die kontinuierliche Aktualisierung von Software und Betriebssystemen, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen und die IT-Infrastruktur vor Eintrittspunkten für Malware zu schützen. Darüber hinaus ist die Durchführung von regelmäßigen Sicherheitsaudits und Penetrationstests ratsam, um Schwachstellen proaktiv aufzuspüren und zu beheben.

Die Mitarbeiteraufklärung und -schulung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, da viele Cyberangriffe durch menschliches Versagen, wie das Öffnen infizierter E-Mail-Anhänge oder das Nutzen unsicherer Passwörter, begünstigt werden. Die Schaffung eines Bewusstseins für Cybersicherheit kann das Risiko einer erfolgreichen Ransomware-Infektion signifikant reduzieren.

Im Fall eines Angriffs sollten Unternehmen über einen vorbereiteten Reaktionsplan verfügen. Dieser beinhaltet die Benachrichtigung relevanter Behörden, das Ergreifen von Maßnahmen zur Isolation und Analyse der Malware und die Bewertung der Situation durch Cybersecurity-Experten, die über das nächste Vorgehen raten.

Die Kombination aus präventivem Vorgehen und gezielten Reaktionsstrategien bietet einen ganzheitlichen Ansatz, der Lösegeldzahlungen überflüssig macht und Unternehmen deutlich widerstandsfähiger gegenüber Cyberbedrohungen macht.

Meldepflicht bei Cyberangriffen: Was Unternehmen wissen müssen

Sobald ein Unternehmen von einem Cyberangriff betroffen ist, besteht in vielen Fällen eine rechtliche Verpflichtung, diesen Vorfall zu melden. Diese Meldepflicht soll Transparenz schaffen und ermöglichen, dass relevante Behörden zeitnah reagieren und unterstützen können.

Insbesondere unter der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem revidierten Bundesgesetz über den Datenschutz muss ein Sicherheitsvorfall, der personenbezogene Daten betrifft, unverzüglich an die zuständige Datenschutzbehörde kommuniziert werden. In der Schweiz hat dies auch im Rahmen des Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG) zu erfolgen.

Überwacht die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) ein Unternehmen, so ist dieses verpflichtet, Cyberangriffe auch dieser Behörde zu melden. Hierdurch sollen Finanzmärkte geschützt und die Integrität von betroffenen Unternehmen gewahrt bleiben.

Das Ziel der Meldepflicht besteht nicht nur darin, entsprechende Rechtsverfolgungen einzuleiten, sondern auch darin, andere Organisationen vor ähnlichen Angriffen zu warnen und das allgemeine Verständnis von Cyber-Bedrohungen zu sensibilisieren. Die Meldung fördert somit den Schutz der Allgemeinheit und die Sicherheit im Cyberraum.

Die Rolle der Datenschutzbehörden bei Ransomware-Attacken

Datenschutzbehörden spielen eine herausragende Rolle, wenn es um den Umgang mit und die Reaktion auf Ransomware-Attacken geht. In ihrer Funktion als Aufsichtsbehörden sind sie Anlaufstellen für Unternehmen und betroffene Personen, welche Datenpannen oder Cyberangriffe melden müssen.

Die zentrale Aufgabe der Datenschutzbehörden besteht darin, die Einhaltung der Datenschutzvorschriften zu überwachen. Bei Ransomware-Attacken, die eine Kompromittierung personenbezogener Daten zur Folge haben können, bieten sie Orientierung darüber, wie Betroffene ihre rechtlichen Verpflichtungen erfüllen können und unterstützen bei der Bewertung des Schweregrades des Sicherheitsvorfalls.

Diese Behörden sind zudem für die Beratung zum bestmöglichen Schutz personenbezogener Daten zuständig. Sie stellen Informationsmaterial und Leitfäden zur Verfügung, die Unternehmen dabei helfen, sich gegen Cyberangriffe zu wappnen und im Ernstfall korrekt zu handeln.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Risiken, die mit Cyberangriffen verbunden sind. Über öffentliche Mitteilungen, Kampagnen und Kooperationen klären sie über Präventionsmaßnahmen auf und fördern ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer proaktiven Cyberverteidigung.

Entscheidungsfindung im Krisenfall: Ein Leitfaden für Unternehmen

Die Entscheidungsfindung im Zuge eines Cyberangriffs erfordert ein rasches, aber überlegtes Handeln. Eine klare Kommunikationsstruktur und vordefinierte Abläufe sind hierfür essentiell. Unternehmen sollten festlegen, wer im Krisenfall die Führung übernimmt und welche Schritte unternommen werden müssen.

Ein Incident Response Plan, der Handlungsanweisungen und Kontaktinformationen für alle wichtigen Beteiligten enthält, ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer guten Krisenvorbereitung. Dieser Plan sollte regelmäßig aktualisiert und in Übungen praktisch erprobt werden, um die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

In der akuten Situation sollten Unternehmen zunächst die Art und den Umfang des Angriffs analysieren. Dazu gehört die Identifikation der betroffenen Systeme, die Abschätzung des Schadens sowie die Überlegung, welche rechtlichen und kommunikativen Schritte folgen müssen. Dabei ist die frühzeitige Einbindung der Rechtsabteilung von Vorteil, um die rechtlichen Aspekte der Situation zu klären.

Bei der Kommunikation nach außen gilt es, einerseits transparent zu sein und andererseits keine voreiligen Schlüsse zu kommunizieren, die die Situation verschärfen könnten. Professionelle Unterstützung durch Cybersicherheitsexperten kann helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Unternehmensressourcen effektiv einzusetzen, um die Krise zu bewältigen.

Unterstützung und Beratung durch Experten im Falle eines Cyberangriffs

Im Event eines Cyberangriffs ist es unerlässlich, schnell und effektiv zu handeln. Dabei ist die Einbeziehung von Experten für Cybersicherheit eine bedeutende Unterstützung. Diese Spezialisten bringen nicht nur tiefgehendes technisches Wissen mit, sondern auch Erfahrung im Management solcher Vorfälle.

Cybersicherheitsfirmen und IT-Consultants bieten Dienstleistungen an, die von erster Notfallunterstützung bis hin zu langfristiger Beratung reichen. Sie sind in der Lage, die von einem Angriff betroffene Infrastruktur zu analysieren, Schwachstellen zu identifizieren und Empfehlungen zur Verhinderung zukünftiger Vorfälle auszusprechen.

Der Einsatz von externen Beratern kann auch dabei helfen, die Effektivität interner Sicherheitsstrategien zu erhöhen und ggf. nötige Veränderungen zu implementieren. Zudem spielen sie oft eine Schlüsselrolle in der Vermittlung zwischen Unternehmen und Strafverfolgungsbehörden oder Datenschutzinstanzen.

Unternehmen, die solche Unterstützung in Anspruch nehmen, profitieren von einer abgewogenen Risikoanalyse und fundierten Entscheidungsgrundlagen, die zur Wiederherstellung des Normalbetriebs und der Minimierung von Schäden führen. Die kontinuierliche Partnerschaft mit Sicherheitsexperten stärkt zudem die Resilienz gegenüber zukünftigen Cyberbedrohungen.

Fazit: Warum Lösegeldzahlungen keine Lösung sind

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Lösegeldzahlungen im Falle eines Cyberangriffs kurzfristig als Lösung erscheinen mögen, jedoch langfristig keine sinnvolle Strategie darstellen. Sie finanzieren nicht nur die kriminellen Aktivitäten der Angreifer und erhöhen das Risiko weiterer Angriffe, sondern stehen auch im Widerspruch zum Prinzip verantwortungsvoller Unternehmensführung und Cybersicherheit.

Der vorrangige Fokus sollte daher auf einer präventiven Sicherheitsstrategie liegen, die regelmäßige Back-ups, die Aktualisierung von Systemen und die Schulung von Mitarbeitern beinhaltet, gepaart mit einem soliden Notfallplan, der bei Bedarf aktiviert werden kann.

Unternehmen sind gut beraten, bei Ransomware-Attacken professionelle Unterstützung zu suchen, die richtigen behördlichen Stellen zu informieren und alle weiteren Schritte unter Einbeziehung von Cybersecurity-Experten zu durchdenken und umzusetzen. Nur so kann eine effektive und verantwortungsvolle Reaktion im Interesse der eigenen Resilienz und Sicherheit gewährleistet werden.


FAQ: Rechtliche Aspekte von Lösegeldzahlungen bei Cyberangriffen

Sind Lösegeldzahlungen im Rahmen von Cyberangriffen strafbar?

Die Legalität von Lösegeldzahlungen hängt vom jeweiligen Rechtssystem und den spezifischen Umständen des Einzelfalls ab. In einigen Ländern können sie rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, die mit der Finanzierung von Kriminalität oder Terrorismus im Zusammenhang stehen. Eine juristisch fundierte Beratung ist in solchen Situationen unerlässlich.

Welche Risiken bestehen neben der Strafbarkeit bei Lösegeldzahlungen?

Neben potenziellen rechtlichen Konsequenzen gibt es keine Sicherheit, dass die Daten nach der Zahlung freigegeben werden. Außerdem kann das Bezahlen von Lösegeld weitere kriminelle Aktivitäten finanzieren und das Unternehmen kann zur Zielscheibe weiterer Angriffe werden.

Was empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)?

Das BSI rät von Lösegeldzahlungen ab und betont, in präventive Maßnahmen wie Sicherheitskopien, starke Sicherheitssysteme und regelmäßige Schulungen zu investieren. Zudem sollten Unternehmen Reaktionspläne für den Fall eines Cyberangriffs entwickeln.

Müssen Cyberangriffe und damit verbundene Datenschutzverletzungen gemeldet werden?

Ja, sowohl die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in der EU als auch das Bundesgesetz über den Datenschutz in der Schweiz sehen vor, dass Unternehmen Datenpannen und Cyberangriffe melden, sofern personenbezogene Daten betroffen sind.

Wie sollten Unternehmen im Falle eines Ransomware-Angriffs vorgehen?

Unternehmen sollten einen Reaktionsplan vorbereiten, zu den Schritten im Krisenfall gehört die unverzügliche Analyse des Angriffs, die Benachrichtigung relevanter Behörden, die Isolation des betroffenen Systems und die Konsultation von Cybersicherheitsexperten.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Bitte geben Sie einen Kommentar ein.
Keine Kommentare vorhanden

Zusammenfassung des Artikels

Die Zahlung von Lösegeld bei Cyberangriffen ist rechtlich komplex und kann je nach Land unterschiedliche Konsequenzen haben, wobei das Bezahlen nicht immer explizit strafbar ist. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät jedoch davon ab, da es zu weiteren Angriffen ermuntern und präventive Maßnahmen sowie Reaktionspläne empfiehlt.

...
Sie sind betroffen?

Von Betrug, Untreue, Spionage und Erpressung bieten wir die passende Lösung um Beweismittel für ein Straf und Zivilrechtsverfahren zu sichern, den Gerichtsprozess zu beschleunigen und wir stellen eine Prozessrisikominimierung sicher.